Wie finde ich den richtigen plastischen Chirurgen?

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Nach meinem Beitrag, dass ich bei unterschiedlichsten plastischen Chirurgen war, bekam ich einige Anfragen per eMail, wie ich mich denn für einen – meinen – Chirurgen entschieden habe. In diesem Beitrag erzähle ich Euch über meine Erfahrungen und gebe Euch auch Tips an die Hand, auf was Ihr achten sollt, wenn Ihr selbst auf der Suche nach einem plastischen Chirurgen seid. Im Speziellen dann, wenn Ihr bei Eurer Krankenkasse einen Antrag auf die sog. Wiederherstellungs-Operationen stellen wollt.

Vor dem Besuch beim plastischen Chirurgen

Kassenzulassung

Erkundigt Euch, welche Chirurgen eine Kassenzulassung haben. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel nur die Kosten für plastische Chirurgen, die über eine Kassenzulassung verfügen und im besten Fall Belegärzte an großen Kliniken sind. Mein Arzt bietet beides. Operationen bei sich in der Praxis oder eben auch im Krankenhaus.

Haben die Ärzte eine Privatklinik oder operieren in einer, dann übernimmt die Krankenkasse zu 95% diese Kosten nicht. Ausnahmen bestätigen hier immer die Regel und jede Zusage der Krankenkasse ist auch eine sog. Einzelfallentscheidung.

Evtl. Beratungs-Honorar

Viele plastische Chirurgen verlangen ein kleines Beratungshonorar. Dieses lag bei mir meist zwischen 25,00 und 50,00 Euro. Einige Ärzte rechnen aber auch dieses Gespräch mit der Krankenkasse ab und so ist es völlig kostenlos. Mehr als die o. g. Beträge sollte es meiner Meinung nach auch nicht kosten dürfen. Mit einem kurzen Anruf bei den Ärzten Eurer Wahl könnt Ihr nicht nur diese Frage klären, sondern auch schon mal „testen“, wie freundlich das Personal ist.

Informationen/Publikationen

Oftmals ist es auch interessant, ob die jeweiligen Ärzte Publikationen in ärztlichen Zeitschriften veröffentlicht haben. Egal ob Forschung oder auch ein eigenes Buch – auch hieran erkennt man, auf was der plastische Chirurg spezialisiert ist. So hat z. B. mein Chirurg ein tolles Buch zum Thema Straffungen und Absaugungen geschrieben. Gestrafft und abgesaugt heißt es, ist sich wirklich humorvoll und auch ehrlich geschrieben sowie einfach zu lesen. Und jetzt wisst Ihr auch, wer mich operiert.

Oder gehört Eurer Arzt Vereinigungen/Berufsverbänden oder Gesellschaften zur plastischen Chirurgie an? Das alles habe ich vorab in Erfahrung gebracht und mich auch hier weiter informiert.

Bewertungen im Internet/Foren/Gruppen

Das Wichtigste vor dem Besuch beim plastischen Chirurgen sind mit Sicherheit die Bewertungen, die sich für jeden Arzt im Internet finden lassen.  Googelt hier einfach gründlich, meldet Euch in Foren und Gruppen an und fragt dort auch gezielt nach, ob jemand Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Ärzten hat.

Lasst Euch aber nicht verunsichern, wenn Ihr auch mal die ein oder andere weniger gute Bewertung findet. Denn die findet Ihr mit Sicherheit! Es kommt wirklich auf das Verhältnis an und nur weil ein, oder zwei von mehreren hundert Patienten sich gegen den Arzt aussprechen, heiß das noch lange nicht, dass er für Euch nicht DER Arzt der Wahl ist.

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Während des Besuchs beim plastischen Chirurgen

Personal

Eine Arztpraxis steht und fällt mit ihren Angestellten. Für mich ist es unglaublich wichtig, dass ich auch das Personal dort als freundlich und zuvorkommend empfinde. Das fängt schon mit einem Anruf zur Terminvereinbarung an.  Oftmals ist es tatsächlich so, dass am Empfang bildhübsche Frauen sitzen und man am liebsten wieder umdrehen würde.

Wenn man aber mit einem tollen Lächeln und unvoreingenommener Offenheit und viel Freundlichkeit empfangen wird, dann fühlt man sich automatisch wohl.

Untersuchung/Fotos

Ein plastischer Chirurg sollte Euch auf jeden Fall unter gesundheitlichen Aspekten untersuchen. In erster Linie hat er nämlich klassisch Medizin studiert. Dazu gehört, dass er Eure Krankengeschichte erfährt und Euch auf jeden Fall körperlich untersucht. Evtl. sollte er  weitere Untersuchungen anordnet, die für den weiteren Verlauf oder die geplanten Operationen nötig sind.

Wichtig sind auch die Fotos, die er von Euch machen sollte. Das Ganze auch mehrmals, wenn zwischen den Terminen einiges an Zeit vergangen ist. Diese benötigt Ihr nicht nur für den Antrag bei der Krankenkasse, sondern auch der Arzt selbst zur Dokumentation.

Aufklärung/Beratung

So wichtig wie die Untersuchung selbst ist die darauf aufbauende Beratung.

Was ist möglich? Welche Ergebnisse kann man erwarten? Kann es Komplikationen geben? Welche Operationsmethoden gibt es? In welcher Reihenfolge soll operiert werden? Was gibt es generell zu beachten? Was ist, wenn man mit dem Ergebnis unzufrieden ist? Wird kostenlos ausgebessert?

Viele Fragen werden Euch erst einmal nicht einfallen. Ein wirklich guter Arzt bietet Euch an, dass Ihr ihn bei weiteren Fragen anschreiben oder anrufen könnt. Immer, wenn mir eine Frage eingefallen ist, habe ich sie notiert und dann gesammelt per eMail nachgefragt. Mein PC hat mir immer schnellstmöglich geantwortet. Somit habe ich dann auch alle mir wichtigen Fragen schriftlich beantwortet.

Es gibt nichts, was Ihr nicht fragen könnt. Egal ob es um die Operation selbst geht, die Planung, die Abrechnung oder generell das, was Euch im Zusammenhang mit den Eingriffen auf dem Herzen liegt. Fragt einfach alles! Ein guter Arzt wird Euch Rede und Antwort stehen.

Honorar für Gutachten

Es gibt Ärzte, die ein Gutachten erstellen und dies auch gleich bei der Krankenkasse einreichen. Mein Arzt hat das so in meinem Namen gemacht. Die Krankenkasse hat alles Beantragte genehmigt. Für dieses Gutachten und die Arbeit hat er Kosten von 200,00 Euro berechnet. Hätte meine Krankenkasse nun nichts bezahlt, wäre der Betrag für das Gutachten auf die Operationen als Selbstzahler angerechnet worden. Für mich stand schon immer fest, dass ich die Bauchdeckenstraffung auch selbst übernommen hätte.

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Nach dem Besuch beim plastischen Chirurgen

Bauchgefühl

Lasst den Besuch erst mal sacken. Schlaft tatsächlich eine Nacht darüber und achtet dann auf Euer (Bauch)Gefühl. Ist da nur ein kleinster Zweifel oder etwas, was Euch nicht gefallen hat – dann lasst es. Macht vielleicht nochmal einen zweiten Termin bei ihm aus und nehmt Euren Partner oder Freunde mit, um deren Meinung zu erfahren. Begebt Euch nicht in die Hände eines Arztes, dem Ihr nicht zu mindestens 99% vertraut.

Hier ist davon auszugehen, dass Ihr vor den Operationen verunsichert seid oder danach auch die kleinsten Fehler sucht. Das ist weder für Euch noch Eure Gesundheit das Wahre. Von Zufriedenheit braucht man dann gar nicht sprechen.

Kosten

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind natürlich die Kosten. Die Krankenkassen übernehmen meist nur das Notwendigste. Ein plastischer Chirurg kann aber noch viel mehr möglich machen. Das ist aber meist mit Zusatzkosten verbunden.

Auch plastische Chirurgen rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte ab. Das müssen sie auch. Ist man Selbstzahler, wird hier meist mit dem 3,5-fachen Satz abgerechnet. Es gibt allerdings auch Ärzte, die mit einem 6-fachen und höheren Wert abrechnen.

Solltet Ihr selbst zuzahlen oder generell Selbstzahler sein, dann schließt mit dem behandelnden Arzt einen Vertrag ab. Bei mir wurde hier ein maximaler Betrag vereinbart, der zusätzlich anfallen könnte. Das heißt noch lange nicht, dass dieser dann auch so berechnet wird. Das ist als Sicherheit für mich gedacht, wenn der Aufwand dann vielleicht doch höher ausfällt.

Im übrigen kann man als Selbst(mit)zahler auch durchaus mal versuchen zu verhandeln. Ein Arzt kann nämlich auch weniger als den 3,5-fachen Satz berechnen.

Planung der Operationen

Eine WHO (Wiederherstellung-Operation) muss gut geplant werden. Je nach OP muss man länger oder kürzer im Krankenhaus bleiben. Und auch die Tage und Wochen nach dem Eingriff müssen gut händelbar sein.

Habt Ihr jemanden, der Euch unterstützt? Müsst Ihr Kinder, Haushalt, Tiere versorgen oder habt Ihr hier Hilfe? Wie reagiert der Arbeitgeber? Oft hilft ein offenes Gespräch mit diesem.

Hier lohnt es sich wirklich, Gedanken zu machen. Je nachdem, ob die Krankenkassen die Operationen genehmigt haben, könnt Ihr Euch auch auf deren Kosten Hilfe ins Haus holen. Auch bei der Planung unbedingt den Arzt mit ins Boot holen. Nicht jeder Arzt operiert täglich und oftmals gibt es lange Wartezeiten auf den Termin.

Ich selbst kann mich z. B. nur in den bayerischen Ferien operieren lassen. Hier muss ich nicht ständig hinter meinem Pubertier her sein und kann entspannter an die Operationen herangehen. Da mein Mann beruflich viel unterwegs ist, greife ich hier auch auf meine Eltern zurück und habe für den Notfall auch schon Freunde mobilisiert.

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Es gibt sicherlich noch einiges mehr zu beachten, an was ich jetzt bei Schreiben gar nicht gedacht habe.

Falls Ihr weitere Tipps und Tricks habt, schreibt mich einfach an oder hinterlasst einen Kommentar. Gemeinsam ist man immer stärker und ich erweitere meinen Beitrag dann gerne entsprechend.

Also her mit Eurem Input! Ich freue mich darauf.

2 comments

  1. Shadownlight 14 August, 2018 at 19:22 Reply

    Hui, ich glaube auch, hier sollte man sehr gut recherchieren, denn das ist wirklich eine sehr wichtige Entscheidung, wen man so an seinem Körper rumschneiden läßt!
    Liebe Grüße!

    • storfinenblog 15 August, 2018 at 08:44 Reply

      Da sagst Du was. Ich habe da wirklich viel und lange überlegt und bei meinem Doc das beste Gefühl gehabt.
      Einmal durfte er ja schon schnippeln.

      Liebe Grüße an Dich
      Sandra

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