Schloss Bran – auf den Spuren von Dracula in Transsilvanien

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Schloss Bran-Dracula-Transsilvanien-Rumänien

Über ein halbes Jahr ist inzwischen unser Roadtrip durch Rumänien her. Da wird es doch Zeit, Euch davon zu berichten. Ich kann Euch jetzt schon verraten, dass dies einer der schönsten Urlaube war, die ich je gemacht habe. So viele Erlebnisse, so viele Eindrücke. Es war gigantisch. Über 1600km sind meine Freundin und ich in diesem bezaubernden Land innerhalb einer Woche gefahren und hatten ganz wunderbare Erlebnisse. Sogar einen Bären in freier Wildbahn haben wir gesehen. Euch alles in einen Beitrag zu packen, würde hier wohl die Seiten sprengen. Darum habe ich mir gedacht, dass ich Euch unsere Highlights hier im Einzelnen vorstelle. So kann ich Euch auch mehr darüber erzählen. Transsylvanien bzw. dort Schloss Bran bzw. die Törzburg – auch als Dracula Schloss bekannt – war natürlich eines dieser Highlights.

Schloss Bran – die Burg am Karpatenpass

Die Törzburg bzw. Schloss Bran befindet sich auf dem sog. Felsen Dietrichstein an einer Passstraße zwischen Siebenbürgen und der großen Walachei. Törz (Bran) selbst wurde das erste Mal 1357 urkundlich erwähnt.

1377 gestattete dann König Ludwig dann den Bau einer Grenz- und Zollburg am Karpatenpass. Den Bau übernahm dabei Kronstadt (Brasov). Brasov ist heute die Kreishauptstadt und liegt ca. 30km vom Schloss entfernt.

Schon 1382 war der Bau der Wehranlage abgeschlossen. Bis 1427 blieb die Burg in ungarischer Hand. Danach wurde die Burg wechselweise von den unterschiedlichsten Truppen und Heeren belagert.

Im 19. Jahrhundert schließlich nahm die Bedeutung der Burg ab. 1920 schenke Kronburg das Schloss Königin Markia (von Rumänien). Deren Tochter Ileanea erbte die Burg letztendlich.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Rumänien kommunistisch. Unter Ceausescu wurde das Schloss zur Touristenattraktion ausgebaut.

Heute gehört das Schloss Bran den Kindern (aus der Dynastie Habsburg-Lothringen) von Prinzessin Ileanea. Am 01. Juni 2009 wurde die Burg/das Schloss als Museum eröffnet und zieht heute mehr als 500 000 Touristen jährlich als Besucher an.

Schloss Dracula oder was tatsächlich dahintersteckt

Den Touristen wird die Burg als DAS Dracula Schloss angepriesen. Angeblich ähnelt die Burg auch der Burg aus Bram Stokers Roman Dracula. Bram Stoker lässt die Leser über den genauen Standort seiner Vorlage im Ungewissen. Dennoch ähnelt das Schloss ein wenig seiner Romanbeschreibung.

Auch Vlad III Tepes Draculea – das historische Vorbild der Romanfigur Dracula – hat das Schloss selbst wohl nie betreten.

Einzig allein die Truppen Vlad Tepes, dem „Pfähler“, zogen mordend und plündernd in Kronstadt ein.

Dennoch lebt der Ort und seine Menschen von seiner Attraktion und dem Mythos rund um Dracula, der die Törzburg umgibt. Und das zurecht, wie ich finde.

Ich selbst kann das verstehen, denn die Burg ist wirklich etwas Besonderes und auf jeden Fall einen Besuch wert. Ob nun mit Dracula oder nicht.

Unser Besuch auf Schloss Bran

Rund 600 Jahre wurde letztendlich an der Burg, wie sie heute dasteht, gebaut. Sie besteht u. a. aus Flussteinen, Ziegeln und Holz. Nach und nach kamen verschiedene Türme dazu und ergeben heute ein imposantes Bauwerk, in dem es viel zu entdecken gibt. Vier Geschosse hat diese Burg zu bieten. Und jedes ist auf seine Art ganz Besonders. Vor allem, weil es viele originale, alte Gegenstände aus vergangenen Zeiten beherbergt und Einblick über die damalige Lebensweise gibt.

Bran – das Dracula Schloss von außen

 

Innenhof

Pulverturm (rund)

Tatsächlich gibt es Schloss auch einen Bram Stoker Saal. Hier findet man Informationstafeln in rumänischer und englischer Sprache, die über den Zusammenhang zwischen Törzburg und dem Mythos Dracula aufklären. Dazu gib es Erläuterungen zum rumänischen Volksglauben über die „Strigoi“ – die Untoten und Vampire. Hier erkennt man schnell, welche Verbindungen zur mystischen Gestalt Dracula bestehen.

Auch der Schlossgarten ist auf jeden Fall ein Besuch wert. Obwohl es bei uns geschüttet, geblitzt und gedonnert hat, sind wir durch diesen zurückgegangen. Aber gerade dieses Unwetter mitten im Hochsommer machte unseren Besuch dort eben zu etwas noch Besonderem.

Man hätte ja fast meinen können, dass da etwas Mystisches seine Hand im Spiel gehabt hat. Es war auf jeden Fall ein wenig verrückt und wir zwei danach plitschenass. Was uns aber auch nicht davon abgehalten hat im strömenden Regen noch etwas zu essen. Und wie gut, dass es im Souvenirladen überhaupt Regenschirme gab. Ist doch auch mal ein nettes Mitbringsel aus dem Sommerurlaub.

Irgendwas mit viel Kalorien, Schmand und Marmelade – ähnlich Dampfnudeln und furchbar lecker

Weitere Informationen

Der Großteil der Burg kann für einen Eintrittspreis von 40,00 Lei (knapp 9,00 Euro) besichtigt werden. Bestimmte Räume (wie die ehemaligen Folterkammern) oder auch eine Multi Media Show im Keller (20 Lei), die letztendlich in einem Shop endet, kosten zusätzlich Eintritt. Aber allein schon die Fahrt mit dem Aufzug in den Keller sind die 20 Lei wert. Oder kennt Ihr etwa eine so alte Burg oder ein Schloss, in dem es Aufzüge gibt?

Hier findet Ihr das Schloss:

Strada General Traian Moșoiu 24

Bran 507025

Rumänien

Die Öffnungszeiten in den Sommermonaten (April bis September) sind folgendermaßen:

  • Montag: 12.00 – 18.00 Uhr
  • Dienstag bis Sonntag: 9.00 Uhr – 18.00 Uhr

In der Nebensaison ist die Burg täglich bis 16.00 Uhr geöffnet.

Nähere Informationen zu der Burg findet Ihr direkt auf der Seite von Bran Castle.

Für uns gab es aber noch einige Highlights mehr. Freut Euch auf unsere Eindrücke der Transfagarasan, Schloss Pelés, dem Fröhlichen Friedhof, Draculas Geburtsstadt Schäßburg und letztendlich auch der Transalpina.

10 comments

  1. Janina 10 Februar, 2020 at 11:20 Reply

    Guten Morgen,
    wow,
    ein Roadtrip durch Rumänien ist mal was ganz anderes!
    Das Schloss Bran würde mich auch interessieren, irre dass es darin sogar Aufzüge gibt, das hab ich nun noch nirgendwo gesehen!
    Ganz liebe Grüsse,
    Janina

    • Storfine 11 Februar, 2020 at 13:49 Reply

      Das mit dem Aufzug fand ich auch witzig. Da hab ich erst mal doof geschaut.
      Aber es gibt eben nix, was es nicht gibt.
      Liebe Grüße an Dich

  2. Dr. Annette Pitzer 10 Februar, 2020 at 12:02 Reply

    Liebe Sandra,
    wie schön, einer Deiner schönsten Urlaube. Das „Dracula“ Schloss sieht ja erst einmal harmlos aus. Persönlich hätte ich mir den Folterkeller aber gespart.
    Alles Liebe
    Annette

    • Storfine 11 Februar, 2020 at 13:43 Reply

      Man muss ja nicht alles anschauen. Das ist ja immer das Schöne. Nur für die Extrabereiche zahlt man halt auch extra.
      Ich kann es jetzt jedem nur empfehlen.
      Viele liebe Grüße
      Sandra

  3. Jana 10 Februar, 2020 at 21:14 Reply

    Eine Kollegin von mir war schon ein paarmal in Rumänien und schwärmt jedes Mal wieder davon! Das Dracula-Schloss würde ich mir auch anschauen, ich liebe solch alte Gebäude und das Gericht, dass du da zeigst, sieht wirklich interessant aus!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Storfine 11 Februar, 2020 at 13:42 Reply

      Danke liebe Jana.
      Es ist auch absolut sehenswert, wie Vieles in Rumänien.
      Da zeig ich Euch auch noch so einiges. Es ist schön, Erinnerungen wieder aufleben zu lassen.
      Viele liebe Grüße
      Sandra

  4. Christina 12 Februar, 2020 at 21:30 Reply

    Das sieht super aus! Rumänien habe ich auch schon für einen Roadtrip im Hinterkopf, ich glaube da muss ich dann noch ein bisschen auf eurem Blog stöbern 😉
    Das Schloss klingt auf alle Fälle spannend – wer möchte nicht mal bei Graf Dracula zu besuch sein?
    Die Fahrt mit dem mittelalterlichen Aufzug in den Keller stelle ich mir auch abenteuerlich vor – oder ist es ein Moderner Lift im Schloss?

    Liebe Grüße,
    Christina von https://miles-and-shores.com

    • Storfine 13 Februar, 2020 at 11:19 Reply

      Der Lift ist modernisiert worden. Sieht fast schon futuristisch aus. Von außen alt, von innen topmodern.
      Ein Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall. Viele übersehen nur die Möglichkeit des Aufzugs bzw. muss man erst mal fragen, wo man den findet, weil er so gut versteckt ist.
      Liebe Grüße an Dich

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