Warum ich optimistisch sein dem Pessimismus vorziehe

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Optimusmus-Menschen-lächeln

Kennt Ihr sie auch? Diese Menschen, die immer zuerst etwas Negatives an einer Sache entdecken. Ich kenne sie zu Genüge. In meinem Familien- oder Freundeskreis sind einige Menschen, die ich als echte Pessimisten bezeichne. Oder als Miesmuffel.

Diese Grundhaltung an das Leben, das die bestehende Welt nur Schlechtes für uns bereit hält und die damit verbundene negative Lebenseinstellung machen mich zeitweise richtig wütend. Egal, um was es geht, es ist erst einmal nicht gut.

Ich bin nämlich das absolute Gegenteil. Optimist durch und durch. Für mich gibt es erst einmal nichts Schlechtes an einer Sache. Es gibt für mich nichts, was ich von vornherein schon zum Scheitern verurteile. Eher im Gegenteil. Ich sehe in Vielem nur die gute Sache. Egal ob es sich dabei um lebensverändernde Umstände handelt oder auch um Menschen.

Gerade im engsten Familienkreis treffen hier bei uns Welten aufeinander. Während ich meist positiv durch das Leben gehe, findet der große Mann im Haus erst mal alles doof.

Nicht umsonst zählt „Ois a Scheiß“ (alles Mist, nein, das ist nicht gut) schon zu den geflügelten Worten hier bei uns im Haus. Nicht nur bei mir, sondern auch bei Freunden.

Folgende Beispiele stammen aus Diskussionen der letzten Woche mit meinem Mann:

Für was einen neuen Kaffee-Vollautomaten? Die sind doch alle gleich langsam.

Wieso soll ich das Bild jetzt aufhängen, nächste Woche willst Du es wieder woanders haben.

Verreisen mit Flixbus? Um Gottes Willen, ja nicht. Die fahren ja alle wie die Wahnsinnigen. Da fahr ich lieber selbst, dann bin ich selbst schuld, wenn mir was passiert.

Was will ich denn beim Arzt? Da komme ich kränker wieder nach Hause, als ich hingegangen bin. Außerdem verschreibt der mir eh nichts.

Witzig wird es dann, wenn Aussagen kommen wie „mit dem brauche ich gar nicht zu diskutieren, der sieht sowieso immer erst das Schlechte und schwarz“. Da muß ich mir mein Grinsen doch oft verkneifen oder ich kontere auch schon mal damit, daß er jetzt wenigstens weiß, wie es mir manchmal mit ihm geht.

Habe ich dann den weltbesten Ehemann im privaten Bereich mit meinen positiven Argumenten überzeugt, dann kann ich bei meiner Mama gleich damit weitermachen. Auch sie erkennt an Allem und Jeden erst mal die schlechten Seiten. Oder glaubt sie zu erkennen.

Bei ihr findet das aber eher im zwischenmenschlichen Bereich statt. Sie denkt zuviel über die Reaktionen anderer Menschen ihr gegenüber nach. Oder sie denkt – allein schon aufgrund Fotos – darüber nach, welcher Hintergrund sich darin verbirgt. Selbstredend, daß das fast ausschließlich negative Meinungen sind.

Mißtrauen und das Gefühl, nur ausgenutzt zu werden, sind hier immer ein großes Thema.

Pessimismus-Glas-halb-voll-leer

Halb voll oder doch halb leer?

Was, wäre, wenn…

Pessimisten rechtfertigen sich oft damit, eben auf das Schlimmste vorbereitet zu sein, sollte es denn eintreffen. Das ist für mich nur eine Ausrede für ihre Einstellung.

Mein Leben wäre nicht mehr lebenswert, wenn ich mich bei jeder Entscheidung fragen würde, ob das nun eine gute Sache ist oder eben nicht. Wenn ich bei jeder der unzähligen, täglichen Entscheidungen über das was, wäre, wenn… nachdenken würde, würde ich tatsächlich durchdrehen.

Das beste Beispiel ist auch meine Krankheit. Mein Haarausfall. Was ist, wenn mir alle Haare ausfallen? Wenn dem so ist, was denken sich die anderen Menschen? Wäre ich weniger wert ohne Haare?

Solche Gedanken würden mich in ein tiefes Loch reißen, aus dem ich nicht mehr schnell genug krabbeln könnte. Vielleicht wären Depressionen die Folge. Das möchte ich auf keinen Fall.

Pessimismus nicht mit dem (schlechten) Bauchgefühl verwechseln

Eine pessimistische Einstellung sollte auch nicht mit dem (schlechten) Bauchgefühl verwechselt werden. Das ist für mich etwas ganz anderes.

Auch ich bin ein Mensch, der oftmals auf sein (Bauch)Gefühl hört und etwas vorsichtiger oder auch gar nicht angeht, bevor es eben zu schief geht. Allerdings ganz ohne danach zu sagen „Wäre eh nichts geworden“. Das kann ich eben nicht sagen, weil ich es nicht ausprobiert habe. Ich hab es halt einfach nicht gemacht. Fertig. Ich muß da nicht nach Gründen suchen.

Bauchgefühle – ob nun positiv oder eben nicht sollten ohne direkte Wertung wahr genommen werden können.

Pessimismus bringt viele Nachteile mit sich

Egal in welchem Bereich – ein Mensch, der in Vielem das Schlechte sieht, muß mit dadurch entstandenen Nachteilen kämpfen.

So hängen seelische und körperliche Empfinden zusammen. Manche Pessimisten fühlen sich dadurch öfter krank oder schwach. Eine ständig schlechte Denkweise schwächt die Abwehrkräfte und macht sie so tatsächlich anfälliger für Krankheiten.

Beruflich und finanziell wittern Pessimisten ebenfalls viele Probleme. So lassen sie viele Chancen vorbeiziehen und sind mitunter auch weniger erfolgreich im Beruf, obwohl sie begabt und fähig sind.

Auch der Konzentration und Kreativität steht eine eher schlechte Erwartung im Weg. Gerade im zwischenmenschlichen Bereich macht diese Einstellung vieles kaputt. Andere Menschen werden argwöhnisch betrachtet. Geht dann tatsächlich etwas schief, dann wird sich darüber beschwert, daß die Welt so ungerecht ist und sinniert, warum es immer sie trifft.

Ich nenne das selbsterfüllende Prophezeiung.

Manchmal siegt aber dann doch eine optimistische Einstellung

Das beste Beispiel ist hier tatsächlich mein Mann. Ja, der, der erst einmal alles doof findet.  Wenn es um sein berufliches Fortkommen handelt ist er in dieser Sache ein anderer Mensch. All das, bei dem mein Mann sonst eher erst mal das Schlechte sieht, ist da vergessen.

Das wiederrum finde ich unglaublich faszinierend. Ich habe ihn kennengelernt, als er noch studiert hat. Schon damals hatte er eine bestimmte Vorstellung von dem, was er einmal erreichen wollte.

Jetzt, 15 Jahre später, hat er all das geschafft, was er sich vorgenommen hat. Und noch einiges mehr. Ich weiß nicht, warum er im Privaten immer (mit sich) hadert, aber in seinem Beruf aufgeht.

Selbst werde ich wohl immer der (unverbesserliche) Optimist bleiben. Auch wenn es meine lieben Pessimisten um mich herum vielleicht doch manchmal nervt.

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1 comment

  1. Ruthie 3 April, 2017 at 23:27 Reply

    Da hast du es ja dann doppelt schwer, du Liebe! Pessimisten hab ich vielleicht nicht so viele im Umfeld, aber einen misstrauischen Angetrauten. Das nervt ohne Ende! (Allerdings vermute ich, wird er „aus Gründen“ so geworden sein – will gar nicht genau wissen, warum…)

    Bleib so tapfer und optimistisch!

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