Ich bin doch nicht alt…

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Geburtstag Feier Cupcakes Stil

Ich bin doch nicht alt. Ich bin 40. Seit heute. Genauer gesagt, seit 6.50 Uhr heute morgen. Und ich spüre so gar keinen Unterschied zu gestern. Oder zum letzten Jahr. Auch vor 5, 6 und mehr Jahren habe ich mich nicht anders gefühlt.

Meinen Mitmenschen scheint es da anders zu gehen. Schon seit Wochen höre ich Sätze wie „Dein halbes Leben ist um – also statistisch“ oder auch „Macht Dir Dein bevorstehender Geburtstag gar nichts aus?“.

Gibt es da irgendeine Schublade auf der steht 40 = alt? Könnte man nach manch einer dieser Aussagen durchaus meinen. Viel Schlimmer allerdings ist, daß ich da schon reingepackt wurde.

Verwandte und Freunde behandeln das Thema Geburtstag vorsichtiger als ein rohes Ei und mehr als einmal wurde ich schon gefragt, ob ich denn überhaupt feiern möchte. Ja klar möchte ich das – warum auch nicht. Jetzt geht das Leben erst richtig los.

Es gibt nichts, so gar nichts, was sich die letzten Jahre geändert hat.

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Naja – vielleicht braucht mein Körper nach stundenlangen Partys und Besäufnissen mindestens doppelt so lang, um sich wieder zu erholen.

(Dafür muß ich Jägermeister jetzt nicht mehr lecker finden)

Ich sitze bei Konzerten auch lieber, als daß ich im Golden Circle stehe.

(Aber das merken die Bands eh nicht)

Beim morgendlichen Blick in den Spiegel frage ich mich immer öfter, wer mir da entgegenblickt.

(Ich lächle trotzdem freundlich zurück)

Ein gut sitzender BH ist inzwischen Gold wert.

(Und erst der Moment, in dem man ihn wieder ausziehen kann)

Ich muß mir manchmal fast immer Wichtiges aufschreiben, da ich es sonst vergesse.

(„Wie, wir waren verabredet“?)

Auch Kekse, Eis und Schokolade lasse ich mir noch immer schmecken.

(Die Waage muß ab jetzt einfach ohne Batterien auskommen)

Den netten Handwerker finde ich niedlich und auch der Schornsteinfeger hat was.

(Und ich könnte die Mutter von beiden sein)

Meine Pediküre kann ich immer noch selber erledigen.

(Entspannter ist es aber, wenn es wer anderes tut)

Sich zu schminken macht immer noch so Spaß.

(Nur die Schichten sind dicker)

Ihr seht, da ist wirklich nichts, was sich die letzten 20 Jahre geändert hat (und wenn, dann ist es nicht der Rede wert).

Es gibt so viele Dinge, die ich jetzt sogar besser kann. Sogar Bundespräsidentin könnte ich ab heute werden.

Meine Erfahrungen haben mich zu dem gemacht, was ich mit bin.  Die schönen, zauberhaften und wunderbare Momente. Aber auch die Zeiten, in denen ich das Gefühl hatte, keine Kraft zum Aufstehen mehr zu haben. Jeder einzelne Moment zählt.

Egal ob man nun 20, 30, 40 oder älter ist. Das Leben macht einem zu dem, der man ist. Und das ist auch gut so.

Außerdem ist man immer nur so alt, wie man sich fühlt.

Ich bin 27.

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5 comments

  1. Bettina 27 April, 2017 at 19:29 Reply

    Hat mir gut gefallen, dein Text. 😊
    40 hat mich auch nicht besonders beeindruckt, allerdings die 50, die ich kürzlich erreicht habe, war doch gewöhnungsbedürftig 😉
    Irgendein schlauer Kopf hat mal gesagt „wer nicht älter werden will, muss jünger sterben“

    In diesem Sinne grüsse ich dich sehr herzlich 🙋
    Bettina

    • storfinenblog 27 April, 2017 at 22:42 Reply

      Hallo liebe Bettina,
      danke für Deinen lieben Kommentar. Auch wenn ich noch Zeit habe, bin ich jetzt schon gespannt, wie es mir dann gehen wird. Momentan denke ich, daß mir auch das nichts ausmachen wird. Aber da lasse ich mich einfach überraschen. Und nur deswegen sterben, daß ich nicht älter werde? Nix da. Da hat man doch nix vom Leben ;o).
      Viele liebe Grüße an Dich zurück!
      Sandra

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